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Mobiltelefone dominieren in Südafrika

3 Minuten lesen | September 2011

Jan Hutton, Direktor, Telekommunikation, Nielsen Südliches Afrika

Afrika befindet sich mitten in einer technologischen Revolution, und nichts verdeutlicht diese Tatsache besser als die Verbreitung von Mobiltelefonen. Man bedenke: Mehr Afrikaner haben Zugang zu Mobiltelefonen als zu sauberem Trinkwasser. In Südafrika, der stärksten Volkswirtschaft des Kontinents, ist die Nutzung von Mobiltelefonen von 17 Prozent der Erwachsenen im Jahr 2000 auf 76 Prozent im Jahr 2010 gestiegen. Heute nutzen mehr Südafrikaner - 29 Millionen - Mobiltelefone als Radio (28 Millionen), Fernsehen (27 Millionen) oder Personalcomputer (6 Millionen). Nur 5 Millionen Südafrikaner nutzen Festnetztelefone.

Technologieeinsatz in Südafrika

Die kürzlich veröffentlichte Studie Mobile Insights von Nielsen in Südafrika, in der die Nutzung von und die Einstellung zu Mobiltelefonen, Netzen und Diensten untersucht wurde, liefert eine Reihe interessanter Erkenntnisse:

  • Hohe Netztreue: 95 Prozent der Abonnenten sind seit durchschnittlich 4,2 Jahren bei ihrem Anbieter, und 81 Prozent gaben an, dass sie ihren Netzbetreiber Freunden und Verwandten empfehlen würden, was die Bedeutung von Mundpropaganda und Reputation in der Branche unterstreicht.

  • Wechsel von Pre-Paid zu Verträgen: Während Prepaid-Tarife immer noch zwischen 82 und 85 Prozent des Marktes ausmachen, geben 25 Prozent der Abonnenten an, dass sie innerhalb des nächsten Jahres von Prepaid- zu Vertragspaketen wechseln könnten.

  • Netzqualität ein wichtiger Entscheidungsfaktor: Mehr als ein Viertel (27 %) gab an, dass sie ihren bisherigen Anbieter wegen der schlechten Netzqualität verlassen haben.

  • Nokia regiert: Mehr als die Hälfte (52 %) besitzt Mobiltelefone dieses Unternehmens, gefolgt von Samsung und BlackBerry, und 56 Prozent derjenigen, die derzeit andere Marken nutzen, gaben an, dass ihr nächstes Mobiltelefon wahrscheinlich ein Nokia sein wird.

Wie benutzen die Südafrikaner ihre Telefone?

Wie auch in anderen Ländern werden Mobiltelefone nicht nur zum Telefonieren genutzt, sondern auch für andere Zwecke. Südafrika liegt bei der mobilen Datennutzung weltweit an fünfter Stelle, noch vor den Vereinigten Staaten, die an siebter Stelle stehen.

Mehr als 20 Prozent der Befragten gaben an, Klingeltöne herunterzuladen, und eine ähnliche Anzahl gab an, Musik herunterzuladen. Hintergrundbilder, Bildschirmschoner und Bilder sind ebenfalls beliebte Downloads. Das Mobiltelefon als Internetgerät ist ebenfalls auf dem Vormarsch - 11 Prozent der Südafrikaner nutzen ihr Handy, um online zu gehen, und die 25- bis 34-Jährigen sind die stärksten Nutzer. Facebook ist die beliebteste Social-Media-Plattform und wird von 85 Prozent der Mobilfunkteilnehmer genutzt. Die Hälfte aller Facebook-Nutzer in Südafrika greift über ihr Mobiltelefon auf die Seite zu. MXIT, eine mobile Instant-Messaging-Plattform, ist in Südafrika ebenfalls sehr beliebt: 61 Prozent geben an, die Seite zu nutzen.

SMS sind bei südafrikanischen Mobilfunkkunden praktisch allgegenwärtig und werden von fast 4,2 Mal mehr Menschen genutzt als E-Mail. Mehr als zwei Drittel (69 %) der Verbraucher ziehen das Versenden von SMS dem Telefonieren vor, vor allem weil es billiger ist, und 10 Prozent glauben, dass SMS eine schnellere Art der Kommunikation sind.

Die Mehrheit (60 %) der südafrikanischen Mobilfunknutzer gab an, dass sie die von den Banken angebotenen mobilen Bankdienstleistungen kennen, aber nur 21 % gaben an, dass sie diese Dienste nutzen. Eine weitaus größere Zahl derjenigen, die diese Dienste kennen, gab an, dass sie sie nie nutzen würden, was darauf hindeutet, dass die Banken möglicherweise in die Vermittlung der Vorteile und der Sicherheit des mobilen Bankings investieren müssen.

Diese Erhebung bietet einen umfassenden Maßstab, an dem die Veränderungen im sich rasch entwickelnden Telekommunikationssektor gemessen werden können. Wenn man bedenkt, dass es noch vor drei Jahren auf dem Kontinent keine Smartphones gab, ist das Tempo der Veränderungen atemberaubend. Südafrika ist der größte Markt, aber andere Länder des Kontinents werden wahrscheinlich schnell aufholen.

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